1920 bis 1945 - Die Anfänge

Junge Bösinger Männer kehrten im Jahre 1920 von einer Theaterveranstaltung des Turnvereins Dunningen mit dem festen Willen in die Heimat zurück, ebenfalls einen Turnverein in Bösingen gründen zu wollen. Wenige Tage später wurde im neuen

Vereinslokal Gasthaus zur Krone der Turn- und Sportverein Bösingen gegründet und Schultheiß Anton Banholzer zum Vereinsvorsitzenden ernannt. Schon bald fanden erste Übungsstunden von jungen sportgeisterten Turnern in der 1911 errichteten Schule in der Epfendorfer Straße statt. Mit vier Einzelturnern nahm der junge VfB erstmalig an einem Wettkampf beim Gauturnfest 1922 in Dornstetten statt. Unter finanziellen Schwierigkeiten beschafften der Verein eine Vereinsfahne, welche im Zusammenhang mit einem großen Turnfest an einem herrlichen Sommertag 1924 in Bösingen eingeweiht wurde. Im Anschluss wurde ein großer Mitgliederzuwachs vermeldet.

Eine zur damaligen Zeit im ländlichen Raum noch neue Sportart Fußball wurde bereits zwei Jahre früher von Willi Ade und Josef Kimmich in Bösingen ins Leben gerufen. Zu Beginn wurde der Fußball noch als selbständiger Verein betrieben und es ist nicht überliefert, wann der Turn- und Sportverein mit den Fußballern fusionierte und unter dem Verein für Bewegungsspiele antrat. Als die Sportart anfangs noch in den Kinderschuhen steckte und es noch keine offiziellen Sportplätze im Dorf gab, wurde auf abgemähten Wiesen, Höfen und Gärten Fußball gespielt. Es wird berichtet, dass 1925 der erste ordentliche Spielbetrieb möglich war und von 1927 bis 1932 im Schwabenverband Wettbewerbsspiele stattfanden.

Die Gemeinde überlässt dem VfB im Jahre 1931 ein Gelände am steineren Kreuz an der Beffendorfer Straße. Unter Eigen- regie der jungen Fußballer sowie weiteren tatkräftigen Mitgliedern wird mit Pickel und Schaufel ein Sportplatz hergerichtet. Das Sportgelände auf dem Bruckäcker ist bis heute die Heimspielstätte unseres VfB. Mit den nun geschaffenen Voraussetzungen konnte der VfB in der Saison 1932/33 die erste Meisterschaft in der damaligen A-Klasse erreichen. Die Bösinger Fußballer etablierten sich nun in der  Region als gefürchteter Gegner. Das rechte Bild zeigt ein Spiel in der Saison 1934/35 auf dem heutigen Sportgelände gegen den SV Herrenzimmern.

Auch die aktiven Turner des VfB Bösingen nahmen in dieser Zeit an verschiedenen Wettbewerben und Turnfesten teil. Die Teilnahmen an den Gauturnfesten in Wittershausen, Schramberg, Baiersbronn, Bochingen, Dornhan, Alpirsbach, Sulz und Oberndorf waren meistens von Erfolg gekrönt. Als Zeichen des Siegers wurden den Turnern Eichenkränze auf den Häuptern überreicht, welche die Turner mit Stolz trugen. Bei erfolgreicher Rückkehr in das heimische Bösingen, wurde die Turnriege stets von der Musikkapelle und anderen Bösinger Vereinen in das Vereinslokal begleitet, um die Siege gemeinsam zu feiern. Als sportlichen Höhepunkt zur damaligen Zeit, nahm der Turn- und Sportverein, unter Turnwart Paul Bantle und Riegenführer Anton Pfeifer am 43. Landesturnfest (Reichsbundgaufest) vom 25. bis 28. Juli 1935 in Schwenningen teil. Mit einer 13 Mann starken Vereinsriege und einigen Einzelturnern belegte der VfB am Ende den 16. Platz von insgesamt 400 Riegen.

Der Verein nach dem zweiten Weltkrieg

Bereits im Sommer 1945 wurde bei der französischen Militärregierung in Rottweil eine Spielgenehmigung für den aktiven Fußbalbetrieb in Bösingen gestellt. Unter Beihilfe von angesehenen Bösinger Bürgern wurde der Antrag schlussendlich genehmigt und es durfte wieder Sport in der Bösinger Gemeinde getrieben werden. Im April 1946 wurde der Spielbetrieb Fußball im Kreis Rottweil wieder aufgenommen und die Bösinger starteten erfolgreich gegen die Epfendorfer in die Saison. Da bis 1950 immer mehr Vereine den Spielbetrieb aufnahmen, war diese Zeit geprägt von ständigen Neueinteilungen und Umgruppierungen im Bezirk. 

Zum 30-Jährigen Vereinsjubiläum veranstaltete der VfB ein Pokalturnier auf dem heimischen Sportgelände, bei dem 23 Gastmannschaften um den Turniersieg spielten. Dies war für den Verein auch in finanzieller Hinsicht wichtig und brachte die notwendige Basis für den nun sportlichen Erfolg der kommenden Jahre. Unter Mithilfe der "alten Turnergarde" konnte 1952 auch die Sparte Turnen wiederbelebt werden. Unter dem damaligen Schulleiter Polley konnten die jungen Turner in mehreren Wettbewerben Erfolge in verschiedenen Disziplinen ver- buchen. Es ist überliefert, dass der VfB auch in der Leichtathletik (u.a. im Fünfkampf) positive Ergebnisse erzielen konnte.

In der Saison 1954/55 verpflichtete die Vereinsführung erstmalig einen Trainer. Mit den Pokalmeisterschaften '56, '57 sowie der Meisterschaft in der B-Klasse ein Jahr später kehrte allmählich wieder der Erfolg nach Bösingen zurück. In der A-Klasse angekommen, genügte der 1931 erbaute Sportplatz nicht mehr und das Spielfeld musste vergrößert werden. Als Ersatzspielfeld während der Bauzeit wurde auf dem Kasperleshof provisorisch eine Wiese hergerichtet. Die Kicker reisten nun entweder zu Fuß oder für 10 Pennig mit dem Bus zum Training und zu den Spielen. Zum 40-Jährigen Vereinsjubiläum konnte der Sportplatz unter dem damaligen Vereinsvorstand Franz Weber seinen Bestimmungen übergeben werden.

Sportlich konnte der VfB bei starker Konkurrenz der Stadt-mannschaften aus Tuttlingen, Rottweil, Oberndorf und Schwenningen anfangs gut mithalten. Erst in der Saison 1961/62 folgte nach vier Jahren Klassenzugehörigkeit der Abstieg. Nachdem der neue Sportplatz fertiggestellt war, wurde in Eigenregie und vielen Arbeitsstunden der Verinsmitglieder ein Sportheim gebaut, welches 1961 komplett fertiggestellt war. Die dadurch entstandene Schuldenlast war für den Verein in den kommenden Jahren eine enorm hohe Belastung und viele Vereinsfunktionäre gaben ihre Ämter verbittert ab. Nach dem Abstieg in die B-Klasse der ersten Mannschaft wurde ein Neuanfang mit vielen jungen Spielern vorgenommen und es gelang nach vier Jahren wieder der Aufstieg in die A-Klasse. Auch die zweite Mannschaft und die A-Junioren konnte zu dieser Zeit Meister-schaften und Pokalsiege erreichen, so dass der Verein bis zum Ende des Jahrzehnts (nach endgültiger Tilgung der Schulden) eine gut Basis für den weiteren Spielbetrieb schaffte.

Grundsteine für den anhaltenden sportlichen Erfolg

Der VfB in jüngster Vergangenheit bis heute